Von Maik Scheffler

Es war im Frühling 2003 und wir schauten besorgt auf die Besetzung des Irak‘s durch die USA und Großbritannien. Für uns, die Deutschland -als durch die USA besetztes Land- betrachteten war dies natürlich die perfekte Möglichkeit, mittels der aktuellen Kriegstreiberei der Alliierten, den Bogen zurück zum Nationalsozialismus zu spannen. Wer demnach heute die Angriffskriege der USA aufgrund wirtschaftlicher und geopolitischer Interessen, wie z.B. Öl und strategisch gute Militärstandorte kritisiert, ist auch empfänglich für den Vergleich zum 2. Weltkrieg, wo es ja eben auch die USA und ihre Alliierten waren, die Deutschland bekämpften. So einseitig zumindest der Gedankengang eines Nazis.

„Ohne Mampf kein Kampf!“
Gesagt, getan zogen wir mit Transparenten vor eine McDonald‘s Filiale im Raum Leipzig und demonstrierten mit Sprüchen, wie „Irak, Iran, Afghanistan – USA du kotzt uns an!“ oder „USA-Internationale-Kriegstreiberzentrale“. Natürlich blockierten wir während der Spontankundgebung den Betrieb der Fast Foot Kette.

Das skurrile kam nach Beendigung der Veranstaltung als ca. die Hälfte der „Kameraden“, getreu dem Motto: „Ohne Mampf kein Kampf!“, in die McDonald’s Filiale strömten um ihren Hunger zu stillen. Nun könnte man meinen, dies waren besonders dämliche Nazis und wir gehen von einem bedauerlichen Einzelfall aus aber solch eine Perfidität war durchaus die Regel. So kam es deutschlandweit besonders nach Nazi-Demos, wobei die Teilnehmer mit der Bahn anreisten, immer wieder zu Beobachtungen, dass die örtlichen McDonald’s Filialen als auch die von Burger King mehrfach Ziel der hungrigen Anti-USA-Fraktion wurden.

…weil nicht sein kann, was nicht sein darf!
Diese Skurrilität zeigt in besonderem Maße, wie hoch in der Naziszene der Anteil an mitlaufenden Erlebnisorientierten ist, welche sich aufgrund der fehlenden Geschichts- aber auch tagespolitischen Kenntnisse und dem Mangel an szene- und parteipolitischer Bildung, lieber die Themen der Revolution vorsetzen lassen und diesen dann blind nachlaufen. Von einer sogenannten Weltanschauung oder zu Teilen auch Ideologie sind lediglich die mageren Kasten der Funktionsträger getrieben, welche immer größere Mühe damit hatten, ihre eigenen Horden zu disziplinieren.
Dies führte u.a. soweit, dass nationale Medienteams gebildet wurden, welche die Abtrünnigen mit laufender Kamera direkt in den Filialen bloßstellten und die Aufnahmen dann als Abschreckung auf szene-internen Plattformen veröffentlichten. ……weil nicht sein kann, was nicht sein darf!