Mit dem immer wieder gebrauchten Schlagwort „Sozial geht nur national“ wird suggeriert, dass nur eine volkstumsbezogene (nationalistische) Gesellschaft am Ende auch ein Sozialstaat sein kann. Das ist völlig verkehrt. Wer Sozialleistungen mit der Volkstumszugehörigkeit verknüpft, schafft keine soziale, sondern eine zutiefst asoziale Gesellschaft.

Deutscher kann nach nationalistischem Verständnis nur sein, wer auch deutschstämmige Vorfahren nachweisen kann. Damit unterscheiden Nationalisten zwischen deutschen Staatsangehörigen und Volksdeutschen. Auf der Internetseite der NPD ist daher zu lesen „Millionen Menschen nichtdeutscher Herkunft sind durch Einbürgerung mittlerweile deutsche Staatsbürger geworden – mit gleichen staatsbürgerlichen Rechten und Pflichten. Für uns Nationaldemokraten gehören sie aber weiterhin nicht zum deutschen Volk.“
Soziale Leistungen sollen, ginge es nach Nationalisten, nur für Deutsche verfügbar gemacht werden. Deutsche Staatsangehörige wären also von Hilfen ausgeschlossen. Das führt zu einer Zweiklassen-Gesellschaft und hat weder mit einem Rechtsstaat, noch mit einem Sozialstaat etwas zu tun.

Kamer[ad] – Thesen als Denkanstoß zu rechtsradikaler Argumentation

Als ehemalige Extremisten waren Radikalisierung und Rekrutierung unser vorrangig missionarisches Ziel. Ethnische, politische und moralische Negativerzählungen mit apokalyptischer Begleitmusik waren dabei die Grundlagen zur Festigung einer scheinbar alternativlosen Ideologie des
völkischen Nationalismus. Alle diese Argumentationen sind jedoch ohne weltanschaulich-ideologische Denkschablonen einfach zu widerlegen. In 18
Thesen möchten wir nach außen hin für einen sorgsameren Umgang mit rechtsextremen Argumentationen sensibilisieren sowie auch in die Szene
hinein den notwendigen Anstoß zum Hinterfragen von radikalen und extremistischen Werten und Normen geben.